H o m e   O f   P a u l i O p a

Der PauliOpa und die Ratten...

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Die Mäuse waren schon länger Geschichte als es abermals eine Aufregung beim PauliOpa gab. Ich hatte zwei Ratten nach Hause gebracht und der PauliOpa war damit nicht so ganz einverstanden...

Also gab es nun - neben der Rosi, der angestammten Hauskatze - auch zwei Ratten im Haushalt vom PauliOpa, was diesen nicht sehr erfreute, da er solche "Viecher", wie er es nannte, lieber im Kanal sehen würde, aber ich konnte ihn davon überzeugen, dass Ratten im Prinzip sehr saubere Tiere seien und auch ganz lieb, und sie würden auch nicht beissen.
Man darf nur nicht dem Käfig mit dem Finger zu nahe kommen, da glauben sie, sie bekämen etwas zu fressen und schnappen zu, was manchmal zu schmerzlichen Erfahrungen führt und diese Tiere dann als sehr gewalttätig eingeschätzt werden. Dabei haben sie nur Hunger.

Ich hegte und pflegte also diese Ratten, ich hatte auch einen anderen größeren Käfig von meinem Taschengeld und HediOmas Hilfe erstanden. Da war der kleinere Käfig dann überflüssig, bis mir meine Freundin, die Semi vorschlug, die obere Klappe des größeren Käfigs zu entfernen und den kleineren oben drauf zu setzen, einen Ast hineinzugeben, als eine Art Käfig-Penthaus zu konstruieren, mit drei Ebenen. Das funktionierte ganz gut, bis auf die Tatsache, dass der obere Käfig etwas leicht zu verschieben war und ich diesen dann mit Hölzchen fixierte.

Das ging einige Tage gut, bis Nemesis, die Zweite, draufkam, dass man den kleineren Käfig durch Rütteln und Schieben von den Hölzchen befreien konnte und dieser sich mit ganzem Rattenkrafteinsatz so verschieben ließ, dass ein kleiner Spalt entstand, durch den Nemesis, die nicht ganz so groß war, in die Freiheit meines Zimmers gelangte. 

Sie verbrachte dann da einige Tage und ich versuchte vergebens, sie mit Futter und anderen Tricks, wie dem Aufstellen einer Lebend-Falle, wieder einzufangen. Punkielle, die größere Ratte, war wahrscheinlich viel zu bequem, der Nemesis in die Freiheit oder in die größere Dimension zu folgen, zumal sie sah, wie ich in meinen Bemühungen des Rattenfangens nicht müde wurde.

Ich hatte auch einen eigenen Computer und arbeitete damit zur Erweiterung meines Wissensstandes, zur Kommunikation mit Freunden und auch für die Erledigung meiner Hausaufgaben. Ich wollte wieder einmal etwas ausdrucken. Dabei stellte ich fest, dass der Drucker nicht druckte und mir schwante Böses, in anbetracht der Erfahrungen mit der Maus, die im Drucker wohnte.

Meine Ahnungen hatten mich nicht betrogen, denn als ich diese Angelegenheit der Nichtfunktion des Druckers inspizierte, stelle ich fest, dass die Kabelverbindung einfach durchgebissen war. Ich war sehr verärgert, zumal ich auch erfahren musste, dass sich diese Nemesis - Gott schicke sie in die ewige Verdammnis - ein regelrechtes Kabeldinner zu Gemüte geführt hatte. Da waren die Kabel von der Funkverbindung ins Internet nicht nur angefressen, sondern auch durchgebissen, das gleiche hatte sie mit dem Kabel meiner Ladestation für mein Handy gemacht und ein Stromkabel war - Gott sei's gedankt, nur leicht angeknabbert. Sie hatte wahrscheinlich Mardergene in sich. Diese fressen nach meinem Wissensstand sehr gerne Kabel, speziell in Autos.

Ich weiß nicht, ich hatte diese Ratte doch nur zufällig Nemesis getauft, ohne Hintergedanken. Sie benahm sich aber wie die Rachegöttin persönlich, wütete herum und verwüstete meine Computerverbindungen.
Nun war guter Rat teuer. Wie sage ich das alles nur dem PauliOpa? Ich nahm allen Mut zusammen und beichtete ihm die Missetaten der Nemesis. Der PauliOpa nahm die ganze Sache erstaunlicherweise mit Humor und meinte: "Na ja, da müssen wir halt schauen, dass wir dieses ‚Mistvieh' wieder einfangen."

Das gelang dann auch mit vereinten Kräften und mit der Hilfe der HediOma, denn diese schrei nächtens kurz auf und es stellte sich heraus, dass die Nemesis bei der HediOma ein Nachtquartier aufschlagen wollte, was die HediOma reaktionsschnell durch Zuschnappen ihrer Hand aber verhinderte und die Nemesis so wieder gefangen war.
Wir waren alle froh darüber und ich tat dieses unheilvolle Tierchen wieder in den Käfig. Diesmal band ich den kleineren Käfig oben mit Blumendraht so fest, dass er sich nicht mehr verschob und der Nemesis keine Möglichkeit bot, wieder zu entweichen.

Das geschah eine Stunde nach Mitternacht. Die Nemesis war, wahrscheinlich durch den Schock ihrer Gefangennahme, aber so aufgekratzt, dass sie im Käfig rumorte und herumrannte, dass es nur so krachte. Ich wollte aber schlafen, ich hatte am nächsten Tag eine schwierige Prüfung.

Nach geraumer Zeit verloren meine Nerven die Schlacht um den Schlaf. Ich weckte die HediOma und gemeinsam taten wir Nemesis in ein größeres Glas, gingen zur Türe hinaus in den Garten und entließen sie in die - wahrscheinlich von ihr sehr ersehnte - Freiheit.
Ich setzte sie ins Gras, sie schaute einen Augeblick verdutzt, drehte sich noch kurz nach uns um und - schwupps - war sie sie in die Dunkelheit entschwunden. Wir haben sie nicht wiedergesehen und der PauliOpa war 's zufrieden.

Da man jedoch Tiere, besonders Ratten, nicht alleine halten sollte, da gibt es so was wie eine Verordnung oder ein Gesetz zum Tierschutz, habe ich kurz darauf eine andere Ratte von meinem Taschengeld erstanden, die ich zur Punkielle in den Käfig setzte.

Anfänglich fremdelten beide noch etwas, und beschnupperten sich sehr misstrauisch, in der Zwischenzeit verstehen sie sich aber ganz gut. Ich habe auch sehr darauf geachtet, dass es sich bei diesem Tierlein wieder um ein Weibchen handelt, da ich dem PauliOpa nicht zumuten konnte, in seiner Wohnung eine Rattenzucht zu betreiben. Aber er hat sich jetzt auch an diese Tiere gewöhnt.

Ich nehme die Ratten manchmal aus dem Käfig und trage sie herum, damit sie auch was anderes sehen. Auslassen in der Wohnung kann ich sie nicht, da würde die Rosi, unsere Katze, sicherlich Jagd auf sie machen, was in eine Katastrophe enden könnte.

Der PauliOpa fragt mich dann manchmal, ob er die Ratten nicht auch halten dürfe und er lässt sie dann durch seine Hände laufen, sehr darauf achtend, dass sie nicht entwischen.
So habe ich wieder zwei Ratten, die ich pflege, füttere und den Käfig putze. Das seien die Bedingungen, dass die Ratten eine Aufenthaltsgenehmigung im Haus vom PauliOpa haben würden. Die beiden sind ja auch wirklich putzige Tiere. Manchmal sitzt auch die Rosi vor dem Käfig und beobachtet ihr Treiben ohne dass sie sie fangen wollte, sie ist ja auch sehr neugierig...