H o m e   O f   P a u l i O p a

Die PauliOparationen . . . Erster Teil

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Das ist keine Geschichte oder Erfindung, sondern ein kurzer Tasachenbericht, welche Operationen der PauliOpa über sich ergehen lassen musste, wobei die erste die schwerste gewesen ist und wie sich dank eines besonderen Arztes doch alles wieder zum Besseren gewendet hatte...

Der besondere Dank gilt den Ärzten im Lainzer Krankenhaus in Wien und insbesondere - neben allen anderen Ärtzen, "Schwestern und Brüdern" - Dr. Norbert Howanietz, der dem PauliOpa wohl das Leben gerettet hatte...

Der PauliOpa sagte immer um Krankenhäuser und Friedhöfe wolle er einen großen Bogen machen. Er war dann aber, beruflich bedingt, in den letzten Jahren vor seiner Pensionierung im Medizinbereich als Verkäufer von verschiedenen Materialien, Geräten und Gerätschaften tätig und deshalb ständiger Gast bei Ärzten in den verschiedensten Abteilungen in einer Vielzahl von Krankenhäusern, vor allem in Jugoslawien. Das Angebot der Produkte war vielfältig und "strahlte" in fast alle Bereiche der einzelnen Abteilungen aus.

Danach kam die Zeit, wo der PauliOpa zuhause war und als Privattier seine Zeit verbrachte. Wenn er mit der HediOma spazieren ging, sagte er immer "sie führe ihn äußerln...", was aber durch sein Augengezwinker als nicht so ernst gemeinte Aussage anzusehen war.

Darauf kam die Zeit, wo man feststellte dass der PauliOpa ein Aneurysma in der Bauchaorta hätte, das man dann immer kontrollierte, ob denn eine - schön gesagt - "Sanierung", also eine Operation notwendig sei, um das wieder in Ordnung zu bringen. Ein solches Aneurysma sei auch sehr gefährlich, wenn es platzte, denn dann würde man innerlich verbluten, das ginge sehr schnell, dauere nur einige Minuten, ja, dann könne man die Welt nicht mehr sehen, oder das, was immer man halt nachher zu sehen glauben würde.

Der Arzt, der die Kontrollen durchführte, hat dem PauliOpa eingeschärft, dass er sich sofort das nächste Krankenhaus mit einer Gefäßchirurgie bringen lassen sollte (also natürlich mit der Rettung), wann immer etwas Ungewöhnliches in seinem Bauch vorginge. Das hat dem PauliOpa wahrscheinlich oder ziemlich sicher das Leben gerettet.

Denn einmal an einem Sonntag in der Nacht oder in der Früh um viertel zwei stand der PauliOpa von seinem Computer auf und verspürte ein plötzliches Zucken in der linken oberen Bauchgegend und ein komisches Druckgefühl stellte sich ein. Der PauliOpa glaubte zuerst einmal, das sei ein "verschlagener" oder verirrter Wind und suchte das Örtchen auf. Aber das war es nicht. Darauf legte sich der PauliOpa nieder und stand aber - eingedenk des Leitsatztes von seinem Arzt, der ihm blitzesartig eingefallen war - sofort wieder auf und sagte der HediOma, dass sie die Rettung rufen solle.

Das tat sie auch und diese Rettung erschien nach etwa einer halben Stunde, um den PauliOpa in ein Spital zu bringen. Das war sehr schnell in Anbetracht der Indikation, oder? Da gab es nunmehr auch einmal eine Diskussion um die "Krankheit" selber, denn die Rettungsleute glaubten nicht, dass der PauliOpa Schwierigkeiten mit seiner Bauchaorta hätte, da er schon im Garten gessessen ist. Wen wundert das, wo die Rettung soooo lange gebraucht hatte? Dann fuhren sie endlich los, aber nicht in das Krankenhaus, wo die Untersuchungen immer durchgeführt wurden, sondern in ein anderes, zwar schnell, aber den PauliOpa hat es hin- und hergebeutelt auf der Trage, ein Wunder, dass hier schon nichts passiert war. Im Krankenhaus angekommen, brachten sie den PauliOpa in eine Abteilung, die sich Bauchchirurgie nannte.

Die diensthabende Ärztin sagte aber, dass man den PauliOpa nicht in dieser Abteilung aufnehmen könne, denn das sei die allgemeine Bauchchirurgie. Man müsse in das nächste Haus in die Abteilung "Gefäßchirurgie", was wiederum Widerstand bei den Sanitätern auslöste, da sie sagten "sie hätten schon wieder einen anderen Einsatz, wo vielleicht ein Bewusstloser zu retten sei..." Darauf meinte der PauliOpa, schon leicht gereizt, dass man ihm vielleicht ein Taxi rufen solle, für den Tragsport ums Eck, damit er endlich in die richtigen Hände käme. Denn wenn nicht bald was weiterginge, sei er der nächste Bewusstlose.

Die Sanitäter brachten den PauliOpa - diesen Eindruck hatte er - etwas widerwillig und leicht genervt, aber doch -  endlich an die richtige Stelle. Dort wartete der diensthabende Arzt, der ausschaute, wie ein griechischer Gott, nicht so schön, aber sehr energisch. Der empfing den PauliOpa und nach einer kurzen Information wurde der PauliOpa in einen Raum gebracht, wo man den ihn mit einem Ultraschallgerät untersuchte und der Ultraschalldoktor verkündete, dass da was sein müsse, er sähe es nicht genau, aber doch. Daraufhin brachte man den PauliOpa wieder in einen anderen Raum vor dem Operationssaal und der PauliOpa war eingekreist von einer Reihe von Ärzten. Da war einmal der Grieche, den wir schon kennen, dann war ein Arzt, der Petzibär genannt wurde, weil er so putzig und nett war, das war der Fürsprecher für den PauliOpa oder sein Patientenanwalt. Auch drei Anästhesisten waren anwesend, der Chef und zwei Ärzte, platziert an der linken Seite des Transportwagerls, auf dem der PauliOpa lag, am rechten Ohr war die HediOma postiert.

Ja, nun begann die Verhandlung, die dem PauliOpa eine Ewigkeit zu dauern schien, die aber in Wirklichkeit recht kurz war. Der PauliOpa wollte eine Operationsmethode, wo man ein entsprechendes "Rohr" über eine Schleuse in der Hüftbeuge mittels eines Katheders einführte und im Bereich des Aneurysmas aufklappte. Der diensthabende Arzt meinte aber, das sei unmöglich, man müsste da eine entsprechende Computer-Tomografie machen, könne das aber nicht, da das Gerät in dem Krankenhaus noch nicht richtig installiert sei und man daher die Untersuchung in einem anderen Krankenhaus machen müsste, was aber nicht zu machen sei, da das Risiko für den Transport zu groß wäre. Er könne nur eine "große" Operation mit einem Bauchschnitt anbieten  Der PauliOpa müsse hier jedoch zustimmen.

Nun, der PauliOpa überlegte kurz, die Ärzte und seine Frau flüsterten: "Lassen Sie sich operieren" und "Lass Dich doch operieren", der Petzibär sagte: "Wenn er doch eine andere Operation mit einem einfacheren Eingriff möchte, warum ginge das denn nicht, schließlich habe der PauliOpa als Patient hier auch etwas mitzureden"...

Da überlegte der PauliOpa kurz, dachte bei sich: "Du kriegst eine Narkose und schläfst ein. Wenn es gut geht, wachst Du wieder auf, sonst , ja dann hast Du nichts gespürt". Also stimmte der PauliOpa der "großen" Operation zu, worauf ein heftiges Treiben rund um ihn begann. Er musste eine Reihe von Zetteln unterschreiben, die er - obwohl er keine Brille hatte - nicht lesen konnte, aber das war dem PauliOpa und auch den Ärzten ganz egal. Er vertraute aber auf die Kunst der Ärzte. Was er noch mitbekam war, dass man ihn mit einer Nadel in die rechte Armbeuge stach und dann war nichts mehr.

Wie lange Zeit verstrichen war, wusste der PauliOpa nicht, als er das linke Auge öffnete und an einer Zimmerdecke so pastellfarben gemalte Girlanden in rosa, hellblau und hellgrün erblickte. Er sah auch einen Mann mit einen grünen Gewand, aber ohne Bart. Da dachte der PauliOpa: "Das kann der Himmel nicht sein". (Als er das später einem Freund so erzählte, wunderte sich dieser: "Wieso glaubtest Du, dass Du in den Himmel kämst?"). Der grüne Mann hatte bemerkt, dass der PauliOpa wach war und er wurde nun in einen anderen Raum gerollt. Der grüne Mann ging an seiner rechten Seite. Der PauliOpa wollte etwas sagen, konnte aber nicht, da in seinem Mund und seiner Kehle eine Vielzahl von Schläuchen platziert waren, die ein Sprechen unmöglich machten. Er konnte aber dem grünen Mann seine Hand fassen, drückte sie und formte unter Schwierigkeiten mit den Lippen ein "Danke", was diesen sehr freute, denn einige Tage später erschien der Mann am Krankenbett und sagte: "Das war mein schönstes Erlebnis in meiner Laufbahn, es hat sich noch nie jemand bei mir bedankt". Er sagte auch dass der PauliOpa von 9h früh bis um 8 Uhr abends im Tiefschlaf gelegen war und er ihn da betreut und "rübergebracht" hätte.

Der PauliOpa war jetzt in einem Zimmer mit einigen anderen Frischoperierten, wo viel Betrieb war. Das war die Intensivstation. Eine Schwester - auch mit einem grünen Gewand, also eine Spezialschwester - stand neben seinem Intensivbett und sagte: "Hallo, ich bin Schwester Monika, ich werde Sie jetzt betreuen. Wenn Sie was brauchen, sagen Sie es." Also, der PauliOpa konnte wieder reden, man hatte die Schläuche und anderes aus seiner Kehle entfernt, aber nur sehr schwach, denn erfühlte sich sehr müde. Die Dauer der Zeitspanne auch dieses Aufenthaltes dort war dem PauliOpa unbekannt. Er merkte nur, dass er dann irgendwo in einer relativ großen separierten Nische einer Krankenabteilung in einem normalen Krankenhausbett lag und noch einige Schläuche vorhanden waren, zwei kamen aus dem Bauch und einer war die Ableitung für den Harn. Auch war er an einer riesigen Flasche angeschlossen, von der eine Nährlösung über eine Armvene in den Körper tropfte. Diese "Mahlzeiten" erhielt der PauliOpa einige Tage, wobei er dann schon eine Schnitzel- oder Stelzenflasche haben wollte. Das war aber nicht möglich, diese Nährlösungen kann man ja nicht panieren oder braten.

Es vergingen einige Tage, dann kamen, wie der PauliOpa sie nannte, zwei "indonesische Kampfgelsen", also Physiotherapeutinnen, die mit dem PauliOpa das Aufstehen übten. Er hatte nämlich eine Riesennarbe vom Brustbein bis an das untere Bauchende, die mit Fäden und Klammern zusammengehalten wurden, die auch von Bauchmiedern gestützt war,  aber noch keine so starke Belastung aushielt, dass sich der PauliOpa normal aussetzen konnte, sondern sich auf die Seite rollen musste (aufgrund seiner Rundlichkeit nicht so schwer), dann die Füße abgewinkelt aus dem Bett strecken musste und sich erst dann seitlich aufrichten konnte. Diese Übungen in einem so frühen Stadium waren mühsam, aber trotzdem sehr hilfreich für die betreuenden Schwestern, da sie den PauliOpa, den ÜHU mit 108 kg, nicht "heben und legen" mussten.

Es gab dann noch eine - gottseidank - nicht so schwerwiegende Komplikation, nämlich wurde bei der Operation der rechte Harnleiter "beleidigt" und das erforderte die zusätzliche Maßnahme, dass ein Katheder von der Niere in die Harnblase eingesetzt werden musste, um den Harnleiter wieder zu "versöhnen". Das war dann nach etwa zwei Monaten der Fall. Ein anderes Malheur war, dass der PauliOpa nach etwa sechs Wochen einmal niesen musste, den Bauch nur mit einer Hand stützte und dadurch die Narbe an der Bauchdecke leicht aufging und ein Narbenbruch entstand. Der wurde dann auch wieder saniert, aber er "ging" leider wieder "auf". Jetzt überlegt der PauliOpa eine weitere Sanierung, wobei hier eine Methode angewendet werden sollte, dass ein Netz entsprechender Größe unter die Narbe endoskopisch eingebracht wird, das man dann mit der "Schlüsselloch-Methode" fixieren würde. Grob gesagt, sticht man vier entsprechende Rohre durch die Bauchdecke und arbeitet mit Fernsehkamera und Spezialwerkzeug das Netz entsprechend ein. Das gäbe besseren Schutz und mehr Sicherheit. Das aber steht auf einem anderen Blatt.

Viel später erfuhr der PauliOpa, dass sein Aneurysma schon die Größe eines mittleren Topfenknödels oder Leberknödels gehabt hätte (das kannst Du Dir aussuchen, je nachdem, ob Du gerne Süßes isst oder nicht), aber nicht so rund wie ein Knödel, sondern nach hinten unten stark ausgebuchtet, dass eine Perforation aber keine Ruptur vorhanden gewesen wäre (sonst wäre der Transport schon die "Endstation" gewesen, die dann aber trotz des "umsichtigen und schnellen" Sanitätspersonales nicht erreicht wurde), aber der Bauchraum schon ganz mit Blut gefüllt war, als man den Bauch aufgeschnitten hätte, dass die Därme und andere Organe entsprechend platziert wurden, so dass man zur Aorta Zugang gehabt hätte, dass die Aorta dann abgeklemmt  und die Füße stark abgekühlt worden wären, die Aorta dann an der Stelle der Ausbuchtung aufgeschnitten worden wäre, ein Kunststoffrohr entsprechender Länge und Durchmesser eingeklebt und eingenäht worden wäre, das später wiederum in die Aorta einwüchse, und dass nur ein bis zwei Prozent der Patienten mit solchen Aneurysmen in diesem Stadium das überlebten.

Das ist ein langer Satz, aber die Operation hatte ja auch 5 Stunden gedauert. Was sonst noch passiert ist, ob es Komplikationen oder Herzstillstand gegeben hätte, war nicht zu erfahren, aber das interessiert den PauliOpa eigentlich auch nicht. Hauptsache war, dass er das so überstanden hatte, weil es wesentlich mehr Schwierigkeiten gegeben hätte bei Operationen dieser Art. Der PauliOpa ist froh, dass es so ist, wäre er nicht froh, wäre es auch nicht anders.

Jetzt geht der PauliOpa wieder fröhlich herum. Bei einer Kontrolle hat er den Arzt gefragt, warum der denn nicht das Bauchfett bei der Operation gleich mit entfernt hätte, das wäre dann ein "Aufwaschen" gewesen. Da brummte der Arzt nur: "Das war doch keine Schönheitsoperation!" Wegen der Narbenbrüche hat der PauliOpa ein Bauchmieder in Verwendung, das der Arzt auch bei der Kontrolle gesehen hat. Der meinte: "Warum tragen Sie das Mieder noch, das bräuchten Sie gar nicht..." Und gleich darauf: "Ach ja, ich weiß schon, das haben Sie wegen der "Cornetto"-Figur!"

Das war die erste der PauliOparationen...