H o m e   O f   P a u l i O p a

Die PauliOparationen... (Z)weiter (Teil)

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... denen sich der PauliOpa unterziehen musste und die so einigermaßen gut ausgegangen sind. Der PauliOpa hofft, dass er sich keinen weiteren "Messerhelden" der Medizin ausliefern muss...

Ich habe vom Narbenbruch erzählt, den der PauliOpa erlitten hatte, als er nach der ersten schweren PauliOparation einmal niesen musste. Das stellt sich so dar, dass der PauliOpa am Bauch etwa drei Finger über dem Nabel eine Beule hat, die sich handtellergroß nach außen wölbt. Etwa ein Jahr nach dieser ersten Operation vereinbarte nun der PauliOpa mit seinem Arzt, dass dieser den Bruch saniere, wobei der Bauch im Bereich des Bruches nochmals geöffnet, neu "zugeschnitten" und wieder vernäht werdenn musste. Es stellte sich dann heraus, dass es dabei nicht nur eine Schwachstelle gab, sondern derer drei, die mittels eines Nähgutes wieder vernäht wurden, das sich nicht von selber auflöste, sondern in das Gewebe einwuchs.

Als der PauliOpa nach dieser Oparation wieder aufwachte, war er relativ rasch wieder mobil und der Heilungsprozess ging schnell vonstatten. Er war auch bald wieder zuhause. Nur die Theorie von der erfolgreichen Sanierung blieb ein Wunschtraum. Eine angestrebte Rehabilitation in einem Kurort wurde vom Amte abgelehnt, da sie angeblich nicht notwendig sei, und diese Operation im Zusammenhang mit der großen Operation stünde und hier wäre ja schon ein Rehabaufenthalt nach der ersten Operation genehmigt worden.

Die Verwendung eines nichtauflösbaren Fadens und die nachfolgende "Nichtbehandlung während eines Rehabaufenthaltes" erwiesen sich in der Folge als nicht sehr zielführend und sehr fatal, denn die Narbe "brach" wieder auf, und zwar an den sanierten Stellen. Ein Freund vom PauliOpa und auch sein Kusin, beide stolze Mitinhaber von Narbenbrüchen, meinten jeder für sich und unabhängig voneinander, dass ein Narbenbruch nicht so schlimm sei, solange man keine Schmerzen verspüre und kein Darm eingezwickt würde, woraus Komplikationen erwaschsen könnten. Die Sanierung eines Narbenbruches sei also lediglich eine kosmetische Operation. Diesen Argumenten konnte sich der PauliOpa nicht ganz anschließen, da ihn der zusätzliche Mugl am Bauch störte und er träumt nun von einer ganz speziellen neuen Operationsmethode, die aber angeblich schon länger Routine sei, der endoskopische Einsatz eines Netzes mit entsprechender Verwendung von Spezialgeräten, einer Viedeokamera und Klammern. 

Der PauliOpa wollte sich dieser Operation schon unterziehen, da begann ihn seine rechte Hüfte zu quälen. Er hatte diese Hüftschmerzen schon länger, nun aber wurden sie immer stärker. Eine Spezialkapselkur mit Einen speziellen Sulfat über neun Monate brachte auch nicht den ersehnten Erfolg der Schmerzfreiheit. Der Schmerztablettenkonsum steigerte sich immer mehr, die Magenschutzmedikamente taten manchmal ihre Wirkung nicht.

Also beschloss der PauliOpa entsprechende Aktivitäten zu setzen, um eine neue Hüfte zu bekommen. Aufgrund seiner früheren Verbindungen in der Medizintechnik und aufgrund der Beziehungen vom Thomas, dem Sohn vom PauliOpa, war ein Operationstermin bald fixiert. Nach einer - relativ kurzen - Wartezeit, wo der PauliOpa sich einer Prozedur zur  Eigenblutvorsorge unterziehen musste, war es dann eines Tages soweit. Der PauliOpa rückte zum ausgemachten Termin im Krankenhaus ein. er wurde dem üblichen Aufnahmezeremoniell für Krankenanstalten unterzogen, bezog das Zimmer, wo sich noch zwei weitere Patienten befanden, räumte seine Sachen in einen  Kasten und harrte der Dinge, die da auf ihn zukommen sollten.

Er wurde betreffend seiner früheren Krankheiten, Operationen und anderen Leiden befragt, durfte dann ab dem Abend vor der Operation keine Nahrung mehr zu sich nehmen und am nächsten Morgen nicht frühstücken, auch nichts trinken. Der Termin war für acht Uhr vorgesehen, wobei eine der Schwestern noch bemerkte, dass sei gut, weil der PauliOpa der erste bei den Operationen wäre und der Termin dann nicht verschoben werden müsste, wenn beispielsweise vor ihm eine Operation gemacht würde, wo Komplikationen aufgetreten wären.

Genau um halb acht wurde der PauliOpa von einem Pfleger abgeholt und in den Vorraum der Operationssäle gebracht. Da ging es zu, wie in einem Taubenschlag oder auch wie in einem Verschubbahnhof, es wurden Betten mit und ohne Patienten hin und her geschoben, es war ein Sprachengewirr, da sehr viel ausländisches Pflegepersonal und Transporteure hier am Werk waren. Der PauliOpa meinte, er sei in einem Bazar, aber wahrscheinlich müsste man aber froh sein, dass es Leute gibt, die diese Jobs machen, da die Bezahlung nicht die beste und die Arbeitszeit lang und unregelmäßig ist.

Hier wurde der PauliOpa nochmals in die Geheimnisse der Anästhesie eingeführt und eine Vorbesprechung gemacht, es wurden ihm wieder einige Zettel gereicht, die er wieder unterschrieb, obwohl er sie nicht lesen konnte, da er seine Brille auf dem Nachtkästchen im Zimmer liegen gelassen hatte. Was immer er da unterschrieb, es würde schon recht sein, meinte er.

Dann kam wieder die Ärztin mit einer dicken Nadel, stach ihn wieder neben der Armbeuge und schloss eine Flasche mit einer hellen Flüssigkeit an. Da war wieder das schläfrige Gefühl, und dann war nichts mehr.

Der PauliOpa schlug etwas später - meinte er - die Augen wieder auf und da standen zwei Ärzte in weißen Mänteln und zufriedenen Gesichtern vor seinem Bett. Der eine hatte ein Röntgenbild in der Hand, hielt es in Richtung PauliOpa, der aber noch ganz verschlafen war, und sagte: "Schön ist es geworden!" und der andere Arzt meinte: "Ihr Körper hat wunderbar reagiert!" Da bemerkte der PauliOpa, dass er mit dem rechten Fuß in einer etwas härteren Schaumstoff-Form fixiert war und es dämmerte ihm, dass die Operation schon vorbei sei.

Er wurde wieder in sein Zimmer gebracht und dort verbrachte er zwei oder drei Tage mit nur auf dem Rücken liegen und der Einnahme von Nahrung in Form von diesen Flaschenportionen. Er hatte relativ wenig Schmerzen, da in diesen Flaschen wohl ein Schmerzmittel "eingebaut" war. Der PauliOpa glaubt, dass die Mediziner diese Methode bei den Winzern gelernt haben, wo es manchen Wein gab, bei dem die Kopfwehtabletten gleich mitgekeltert wurden, damit man beim Genuss solchen Weines am nächsten Tag kein Kopfweh verspüre.

Es erschienen wieder zwei indonesische Kampfgelsen, also Physiotherapeutinnen, die dem PauliOpa beibrachten, wie er sich nun aufzusetzen hätte, nicht so auf die Seite rollen, sondern gerade aufsetzen. Das war aus dem Grund schwer, weil der PauliOpa ja noch den netten Narbenbruch besaß und daher die Bauchmuskeln nicht so leicht dazu zu bringen waren, den PauliOpa in sitzende Stellung zu bringen. Nach einigen Versuchen gelang das doch. Er kaufte auch zwei Krücken, die er Jim und Joe nannte. Mit Hilfe dieser Gehbehelfe sollte die Mobilisierung - wie die Gelsen sagten - wesentlich rascher voranschreiten. Also am dritten Tage stand der PauliOpa mühsam auf. Er stand und sollte einen Schritt nach vorne machen. Da schoss ihm plötzlich ein brennender Schmerz durch die Hüfte und den Oberschenkel, dass er sich sofort wieder hinsetzten musste.

Sehr entmutigt verbrachte der PauliOpa diesen Tag. In der folgenden Nacht aber, da stach ihn der Hafer. Der PauliOpa setze sich auf und übte das Aufstehen und mit Hilfe der Krücken auch ein oder zwei Schritte. Das gelang ganz vorzüglich. Der PauliOpa wachte am Morgen sehr zufrieden auf. Als dann die Therapeutinnen kamen und ihm helfen wollten, bat er sie, sich zwei Meter von ihm entfernt hinzustellen. Er stand relativ rasch auf, nahm seine beiden Krücken, brachte sie in die richtige Position und ging dann einige Schritte. Seine beiden guten Geister waren hocherfreut und lobten den PauliOpa, was ihm wie Honig die Kehle runterrann.

Sodann gingen sie mit ihm die Bewegungsabläufe beim Gehen mit Krücken durch, da gab es die Dreipunkt-Variante und die Vierpunkt-Variante. Die Vierpunktvariante gefiel dem PauliOpa am besten, da ging man wie ein Hund auf vier Beinen, aber nur unter Verwendung von Krücken als Verlängerung, damit man nicht so gebückt daherkam.

Bei einer Besprechung mit dem operierenden Arzt erfuhr der PauliOpa, dass er eine Titan-Hüftgelenk erhalten hatte, das eingepresst wurde und nicht verschraubt oder einzementiert war, ein Präzisionsprodukt aus der Schweiz. Bei der angewandten Methode sei die Zeit bis zur gänzlichen Wiederheratellung etwas länger, aber sicherer, da die Hüfte in die Knochen einwachsen würde und keine Lockerung erfolgen sollte, wie beim Einzementieren. Man wird ja sehen. Auch einen Ausweis erhielt der PauliOpa, damit er dokumentieren konnte, dass er keine Waffen im Knochen transportiere, falss er beim Fliegen einer Kontrolle unterzogen werden sollte.

Die nächsten Tage marschierte der PauliOpa im Spital immer mehr, immer länger und immer weiter. Auch im Stiegensteigen wurde er unterrichtet. Das gelang ihm auf Anhieb gut. So verbrachte der PauliOpa etwa zehn Tage im Spital und wurde dann mit einem Transporter nach Hause gebracht. Hier übte er die Bewegungen recht fleißig und er ging auch schon kleinere Runden im Garten und später im Gelände in der Umgebung. Es ging immer besser. Die beiden Krücken hatte der PauliOpa für sechs Wochen in Verwendung, dann lehnte er eine Krücke, den Jim, in die Ecke. Nach weiteren sechs Wochen war er auch die zweite Kücke, den Joe, los. Auch eine Rehabilitation wurde genehmigt. Der PauliOpa fuhr für vier Wochen in ein Kurhotel mit verschiedensten Therapieformen. Am liebsten hatte er eine Physiotherapie, die er von einem Therapeuten mit goldenen Händen erhielt. Der war zwar ziemlich grob zum PauliOpa, weil er die Schmerzen durch Schmerz austrieb, das aber sehr wirkungsvoll und nachhaltig.

Regelmäßig drehte der PauliOpa seine Runden, später ging er auch auf Wanderschaft mit Schistecken ohne Teller oder so "Nordic Walking"-Stecken. Es ging immer besser, aber leichte Schmerzen spürt der PauliOpa immer noch. Es ist aber viel besser mit der Beweglichkeit, da er jetzt nach dem Aufstehen gleich weiter kann. Vorher dauerte es immer eine ganze Weile, bis er weiterhumpeln konnte.

Später kamen die Tage, wo der PauliOpa auch wieder mit einem Heimfahrrad trainieren konnte, das tat und tut er auch fast jeden Tag eine halbe bis eine Stunde lang. Nach solchen Trainings fühlt er sich immer besser. In die frische Luft geht der PauliOpa auch, denn an seinem Wohnort ist gleich ein Wald mit Radwegen und Waldwegen. Dort betreibt der PauliOpa seine Lieblings-Sportart - das "Nordic Spaziering", das ist Spazieren gehen mit Stecken.

Es wird noch eine Weile dauern, bis  dem PauliOpa die Hüfte wirklich ganz gehört, nicht dass er sie wieder zurückgeben müsste, nein, bis er sie nicht mehr spürte. Jemand sagte ihm kürzlich, das dauere so an die zwei Jahre. Das wird auch noch zu "derwarten sein". Was seien denn zwei Jahre gegen die Ewigkeit.

Das war also die zweite und die dritte der PauliOparationen... Er hofft, dass dann nach der vierten, also der Sanierung seines Narbenbruches Ruhe einkehren wird, da ja alle guten Dinge drei sind (die zweite und die vierte PauliOparation muss man nämlich als eine betrachten, weil sie ja in ursächlichem Zusammenhang stünden, meint er).