H o m e   O f   P a u l i O p a

Gedanken zum Osterfest

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Ostern steht wieder einmal vor der Türe. Zeit, sich wieder ein wenig zu besinnen und nachzuforschen, warum die guten Vorsätze, die man zu Weihnachten und zum Jahreswechsel gefasst hatte, noch nicht umgesetzt wurden.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, sagt man, und daher ist es auch sehr schwer, sich von liebgewonnenen Lastern zu befreien. Der eine sagt, ich rauche zuviel, aber ich kann es mir nicht abgewöhnen, der zweite, ich esse zuviel, der dritte, ich mache zuwenig Bewegung. Jeder hat so seine schlechten Angewohnheiten, die er oder sie loserden möchte.

An das Naheliegende zu denken, dass man das Entsprechende ja nur einfach machen müsste, ist so nah, dass man es gar nicht sieht. Ich selber werde auch wieder meinen Riemen suchen und mich daran reißen.

Ostern, das lichte Fest des Frühlings ist nicht nur der Erbauung und inneren Einkehr gewidmet. Es ist eine Erinnerung an Geschehnisse, die vor langer Zeit passiert sind und die die Welt damals sehr verändert hatten, ja sogar eine Weltmacht zum Scheitern brachten.

Es ist ein Zeichen, dass mit Beharrlichkeit viel erreicht werden kann. Gewalt bewirkte und bewirkt immer nur eine kurzfristige Veränderung. Actio erzeugt immer reactio. Was viele Menschen gutheißen, kann sehr positiv wirken, obwohl es vielleicht nicht immer richtig ist. (Wer entscheidet das denn?)

Das Osterfest erinnert uns an Erneuerung, erinnert uns an die Zerbrechlichkeit des Menschen, der glaubt, so stark zu sein. Als Christ glaube ich an die Erlösung und an eine Existenz nach dem Tode, in welcher Form auch immer. Das gibt die Kraft, auch Unbill besser zu ertragen.

Das Leben ist sehr kurz. Zu kurz um die Zeit zu verschwenden an unwichtige Dinge und scheinbarem Glück nachzulaufen. Besinnen wir uns wieder auf einfache Werte, üben wir wieder mehr die Menschenliebe und die Demut vor der Schöpfung. Lassen wir die Erde leben, dann leben wir auch selbst.

Vergessen wir die Liebe nicht. Die Liebe der Mutter zu ihrem Kind, die Liebe des Kindes zu seinen Vertrauten, die Liebe der Geschwister untereinander, die Liebe zum Leben und die Liebe zu den Menschen. Und nehmen wir die Menschen wie sie sind, wir haben keine anderen.

Hilfebedürftige Menschen auf der ganzen Welt werden uns immer wieder vor Augen geführt. Es passieren viele Katastrophen auf der Welt, von Menschen gemacht und von anderen Mächten.

Aber denken wir doch auch einmal an die Menschen in unserer nächsten Umgebung. Und helfen wir selber. Man kann sich freikaufen von dem schlechten Gewissen, das uns immer wieder gemacht wird, weil es uns gut geht. Wir sind ja froh darüber. Aber sind Geldspenden alles und befreien sie uns wirklich? Helfen sie dort wo es nötig ist und in dem Ausmaße, wie von uns beabsichtigt?

Suchen wir uns doch die hilfebedürftigen Menschen in unserer Nähe, die einsamen und traurigen, die Armen und die Verzweifelten, und schenken wir auch Zeit, das wertvollste Gut, das jeder einzelne von uns frei zur Verfügung hat.

Zeit einem Kind zu schenken oder einem alten Menschen. Geld beruhigt, eine weit verbreitete Meinung. Aber ist das auch wahr? Ich glaube das nicht. Freikaufen ist keine Lösung. Freikaufen ist nicht human.

Pflegen wir wieder die Liebe, das einfache Leben und üben wir uns in Geduld. Erfreuen wir uns an den kleinen Dingen des Lebens und der Natur. Lauschen wir dem Gesang der Vögel im Wald, lassen den Wind das Haar zausen und die Sonne in unser Herz.

Werden wir wieder Kinder, die sich auf das Osterfest freuen.

PauliOpa, im März 2002