H o m e   O f   P a u l i O p a

Der PauliOpa und das Mobiltelefon . . .

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Wie sich der PauliOpa auf die Einrichtungen der neumodernen Unterhaltung einstellte und wir er zu einem Geburtstagsgeschenk der besonderen kam...

Der PauliOpa war früher einmal ein großer Gegner von diesen neumodernen, tragbaren Telefonen, weil er sich schon immer sehr kontrolliert vorkam, als er beruflich verreiste. Er hatte auch schon einmal ein Telefon in sein Auto einbauen lassen, aber das hatte er dann aus Kostengründen nach zwei Monaten wieder abgemeldet.

Er meinte, das sei zu teuer, wenn er am Abend die Firma verließe und vom Auto aus zuhause anrief, dass er auf der Heimfahrt sei, damit das Abendessen schon bereit stünde, sobald er heimkäme. Später reichte das Telefon in seinem Hause aus, da er es ja nur mehr privat verwendete und mit einem langen Anschlusskabel.

Wiedereinmal stand ein Geburtstag vom PauliOpa vor der Tür. Es gab jetzt auch schon die Schnurlostelefone, das waren Funktelefone, mit denen man innerhalb einer Reichweite von etwa dreihundert Metern mobil telefonieren konnte. Die Familie beschloss, dem PauliOpa so ein Telefon zum Geburtstag zu schenken.

Als der PauliOpa dann zu seinem Geburtstag das Paket mit dem Telefon öffnete, tat er zwar  hocherfreut, aber ich merkte, dass ihm nicht ganz geheuer war. Der Sohn vom PauliOpa, der Thomas, hat das Telefon dann angeschlossen und es dem PauliOpa zur Verwendung übergeben.

Aus anfänglicher Gegnerschaft wurde Freundschaft. Dem PauliOpa gefiel die Verwendung dieses Funktelefons im Laufe der Zeit immer besser. Er hatte es den ganzen Tag in seiner Nähe, wenn er zuhause war. Klingelte das Telefon, brauchte der PauliOpa nicht zum normalen Telefon zu laufen, wie früher, sondern er konnte - sehr bequem - die Anrufe von dort beantworten, wo er sich gerade aufhielt und das lange Kabel störte auch nicht mehr.

Das war in der schönen Jahreszeit sehr praktisch, wenn der PauliOpa im Garten vor dem Haus in der Sonne saß und las, oder dort sonstwie dort beschäftigt war.

So ging ein Jahr ins Land. Dem PauliOpa gefiel das Schnurlostelefon immer besser. Aus anfänglichen Gegnern waren gute Freunde geworden und der nächste Geburtstag stand bevor. "Was schenken wir denn dem PauliOpa diesmal?", fragte der Familienrat. "Wir schenken ihm ein Mobiltelefon!!"

Mobiltelefone waren jetzt schon sehr verbreitet und es gab sogar "Gratistelefone", wenn man sich zu einer Gebührenvariante entschloss, mit der man eine Vertragsdauer von mindestens zwölf Monaten vereinbarte und eine bestimmte Grundgebühr bezahlte. Das bedeutete, dass man zwar auf dem Papier ein Telefon umsonst bekam, dieses aber praktisch durch den monatlichen festen Gebührenanteil bezahlte. Die Kosten für die einzelnen Gespräche, die man führte, waren ja auch nicht gerate billig.

Diese Art Telefone verwenden zumeist Leute zu beruflichen Zwecken, da diese Gesprächsgebühren dort billiger sind. Ein normaler Telefonbenutzer verwendet dieses mobile Telefon eher dazu, dass er erreichbar ist, wenn er gerade irgendwo unterwegs ist. Der Thomas hatte jetzt auch schon ein Mobiltelefon, da er es geschäftlich brauchte.

Also beschloss man, dem PauliOpa ein solches mobiles Telefon unter der Federführung von Sohn Thomas zu kaufen. Der Thomas und der PauliOpa gingen zusammen in so ein Geschäft, das Mobiltelefone feilhielt.

Der Thomas sagte dem PauliOpa, dass er dem PauliOpa sein altes Telefon geben und er das neue dafür nehmen würde, da diese neue Variante an einen Computer angeschlossen werden könnte und das auch sonst verschieden Vorzüge hätte, die der Thomas für seinen Beruf sehr gut nutzen könnte, der PauliOpa aber nicht brauche. Dem PauliOpa war es recht.

Er schloss nun selber einen Vertrag ab und erhielt dann auch sofort das Mobiltelefon und seine Freischaltung Er hätte jetzt so relativ günstig telefonieren können, wenn diese Grundgebühren nicht gewesen wären. Dem PauliOpa schien es, dass er sich auf diese Weise ein gebrauchtes Mobiltelefon selber zum Geburtstag geschenkt hatte, da dieses mit den Grundgebühren bezahlt würde. Aber er behielt diese Erkenntnis für sich, nur mir erzählte er davon und er meinte, eigentlich spiele das ja keine Rolle, denn der Thomas hatte einen Tag vor dem PauliOpa Geburtstag und so wäre das ein "heimliches" Geschenk für Thomas.

Das Telefonieren mit dem Mobiltelefon gefiel dem PauliOpa sehr. Er telefonierte sehr viel. Die erste Gebührenrechnung war dann recht hoch. Da sagte sich der PauliOpa, dass er bremsen müsste mit dem mobilen Telefonieren und so ließ er sich fast immer nur anrufen, was sich bei seinen nächsten Gebührenrechnungen deutlich niederschlug.

Es kam wieder eine Zeit, in der die Batterien dieses Telefons immer mehr zeigten, dass sie bald den Geist aufgeben könnten, also unbrauchbar würden. Der PauliOpa hat sich erkundigt, was so eine neue Batterie kostet. Der Preis dieser Batterie war gerade so hoch, wie der Preis von einem Sonderangebot einer Telefongesellschaft für ein neues Gerät. Der PauliOpa zögerte dann nicht lange und kaufte selber - ich staunte auch - gleich zwei dieser Telefone. Eines für sich und eines für die HediOma.

Ich war der Nutznießer, denn der PauliOpa hatte noch eine neue Batterie von einem Mobiltelefon, die auf sein vorheriges genau passte. Und so kam es, dass jetzt auch ich unterwegs erreichbar bin. Da der PauliOpa eine andere Tarifvariante verwendet, auf der Basis einer Wertkarte, kosten zwar die Gespräche viel, aber wenn man dann die Jahreskosten bei einer festen Grundgebühr berechne, käme man noch immer viel günstiger davon, meint der PauliOpa.

Diese Art der Telefone wird bei uns auch "Handy" genannt, was eine Verballhornung eines Wortes "hand held" (in der Hand gehalten - aus dem Englischen) bedeutet..

Der PauliOpa sagt, er werde sein "Hendi" sehr sorgsam verwenden und darauf achten, dass die "Fütterung" (also er meinte die Wertkarten) nicht zu teuer würde. Ich sollte auch darauf achten, denn es stünde kein Esel zur Verfügung, der Gold produziere, meint der PauliOpa. 

Schön sei es aber doch, wenn man rasch erreichbar sei. Das "Hendi" sei jedoch zum telefonieren da und er brauche eigentlich keinen anderen Firlefanz dabei, wie Fernsehen oder Stricklehrgänge damit im Internet anschauen...

Heutzutage glauben die Leute (zumindest die, die was herstellen), dass immer und überall "eierlegende Wollmilch-Schweine" gezüchtet werden müssten, Sachen, die alles mögliche können sollten, damit man alles noch schneller machen könnte, wofür wisse man zwar nicht, aber das sei ja nicht wichtig, es ginge immer nur um mehr Geldverdienen. Das begann schon seinerzeit beim Autofahren. Da fuhren die Leute schneller und schneller. Sie wussten zwar nicht wohin, aber dafür waren sie schneller dort.

So kam es, dass wir jetzt alle in der Familie "Mobilisten" sind, wie der PauliOpa sagt, aber abgestimmt und auf dem Sparmobilistenkurs.